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Mit dem Seekajak auf der Donau – von Passau bis Melk

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Sieben Tage unterwegs.
195 Kilometer auf der Donau.
Vom bayrischen Passau über Linz bis in die Wachau nach Melk.

Eigentlich war die Idee simpel: ein paar Tage mit dem Seekajak unterwegs sein, Strecke machen, draussen leben und die Donau einmal aus der Perspektive des Wassers erleben. Am Ende wurde es eine Mischung aus ruhigem Dahingleiten, Gegenwind, Aprilwetter und langen Tagen zwischen Kraftwerken.

Start in Passau

Die ersten Tage waren schon, fast zu schön.
Sonne, wenig Wind und eine ruhige Donau. Der Fluss war technisch komplett unkompliziert. Keine schwierigen Stellen, keine grossen Wellen, keine Überraschungen. Einfach paddeln, Kilometer sammeln und langsam in den Rhythmus kommen.

Die Donau ist auf dieser Strecke stark reguliert. Eigentlich fährt man von Kraftwerk zu Kraftwerk. Dadurch hat der Fluss wenig Strömung und relativ wenig Dynamik. Wer Wildwasser oder spielerische Strömung sucht, ist hier falsch. Wer hingegen entspannt Strecke paddeln möchte, findet ideale Bedingungen.

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Die Umtragestellen bei den Kraftwerken sind übrigens hervorragend ausgeschildert. Alles funktioniert erstaunlich unkompliziert. Einmal bin ich sogar direkt durch eine Schleuse gefahren – auch das war problemlos möglich.

 

Die Schlögener Schlinge – landschaftlicher Höhepunkt

Der schönste Abschnitt der Tour liegt für mich klar im oberen Teil der Strecke. Besonders rund um die berühmte Schlögener Schlinge wird die Donau richtig eindrücklich.

kanuschule_versam_kajaktour_donau. Dort drückt sich der Fluss in grossen Bögen durch die Hügel, die Hänge werden steiler und man bekommt endlich das Gefühl, wirklich unterwegs zu sein. Frühmorgens mit dem Seekajak durch diese ruhigen Kurven zu paddeln hatte etwas Meditatives.

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Linz – Industrie statt Wildnis

Rund um Linz verändert sich die Stimmung deutlich.
Die Landschaft wird flacher, industrieller und weniger spektakulär. Lange gerade Abschnitte, Industrieanlagen und wenig Strömung machen diesen Teil eher zu einer Fleissaufgabe.

Es gibt auf solchen Touren immer diese Tage, an denen man einfach paddelt. Nicht wegen der Landschaft, sondern weil der Fluss weitergeht. Genau das war dieser Abschnitt.

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Wetterwechsel bei Mauthausen

Kurz vor Mauthausen kippte das Wetter komplett.

Von sonnigem Frühlingspaddeln ging es plötzlich zu null Grad, Regen, Schneeregen und starkem Ostwind. Genau diese Kombination macht lange Flusstouren anstrengend. Nicht die Kälte alleine – sondern kalter Gegenwind auf offenem Wasser ohne Strömungshilfe.

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Ab diesem Moment wurden aus langen Paddeltagen plötzlich halbe Tage.
Der Wind stand konstant gegen die Fahrtrichtung, und man merkte sofort, wie viel Energie verloren geht, wenn man Stunde um Stunde gegen kalte Luft ankämpft.

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Das war auch der Punkt, an dem ich mir ein Zimmer genommen habe. Manchmal ist ein warmer Raum die bessere Entscheidung als romantische Outdoor-Ideen.

Die Wachau – zurück zur schönen Donau

Je näher man der Wachau kommt, desto schöner wird die Donau wieder. Die Landschaft wird hügeliger, kleine Orte tauchen entlang des Ufers auf und der Fluss bekommt wieder mehr Charakter.

Nach den flachen Industrieabschnitten fühlte sich dieser Teil fast wie eine Belohnung an.

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In Melk bin ich dann ausgestiegen – hauptsächlich aus Zeitgründen, weil ich noch Familie besuchen wollte. Sonst wäre die Versuchung gross gewesen, noch weiter Richtung Wien zu paddeln.

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Fazit zur Tour

Die Strecke von Passau bis Melk ist keine spektakuläre Kajakexpedition.
Sie ist einfach. Technisch unschwierig. Gut organisiert. Perfekt für ruhige Mehrtagestouren im Seekajak oder Tourenkajak.

Aber genau darin liegt auch der Reiz.

Man bekommt Zeit.
Zeit zum Denken. Zeit für Rhythmus. Zeit, einfach Kilometer unter dem Boot vorbeiziehen zu lassen.

Und wie so oft unterwegs bleiben am Ende nicht die perfekten Sonnentage am stärksten hängen – sondern der kalte Gegenwind, der Schneeregen und genau diese Momente, in denen man trotzdem weiterpaddelt.

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